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Hier schreibt Michael Ebling

Kunst und Kultur sind ein wichtiger Teil des Mainzer Lebensgefühls!

Mainz ist eine lebendige und vielfältige Stadt mit einer facettenreichen Museums- und Kulturlandschaft. Kunst und Kultur sind für Mainz weit mehr als ein Standortfaktor. Sie sind ein wichtiger Teil unserer gewachsenen Identität und gehören fest zum Mainzer Lebensgefühl.

Kunst zu den Menschen und die Menschen zur Kunst zu bringen, ist uns in Mainz ein besonderes Anliegen. Flaggschiff unserer Kunstszene ist unsere Kunsthalle im Zollhafen, die sich als Ort für die zeitgenössische Kunst weit über Mainz hinaus einen sehr guten Ruf erworben hat. Mainz verfügt aber auch über eine lebendige freie Kunstszene, die uns immer wieder zeigt: Kunst ist kein Monopol von Millionenstädten. Sie ist ein Privileg jener Städte, in denen kreative Menschen mit offenen Augen und künstlerischer Neugier komplexe Gedanken in manifeste Objekte, Installationen und Bilder verwandeln. Eine solche Initiative ist zum Beispiel die engagierte Gruppe mit Künstlern, Musikern und Designern des Kulturvereins „Peng“, die sich derzeit im ehemaligen Rohrlager der Mainzer Stadtwerke in der Weisenauer Straße eingerichtet hat. Aber auch die Künstlerinnen und Künstler in unseren Förderateliers in der Alten Waggonfabrik und die Studierenden der Kunsthochschule, die außerhalb ihrer Semesterpläne jedes Jahr zahlreiche eigene Projekte in Mainz realisieren, tragen zur Lebendigkeit und Vielfalt der freien Szene bei.

Kunst braucht Raum! Als Stadt unterstützen wir deshalb die Künstlerinnen und Künstler dabei, diesen Raum zu finden. Unsere Kulturabteilung arbeitet unter anderem eng mit dem Verein Schnittstelle 5 zusammen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, leerstehende Räume in Mainz zu finden, die in Form einer Zwischennutzung als Entfaltungsräume für die Mainzer Kunst- und Kreativszene genutzt werden können. Dank der Unterstützung der Stadt Mainz stehen derzeit zwei Räume in der Immobilie Große Bleiche 1 für Kultur, Kunst und soziale Projekte mit niedrigschwelligem Zugang zur Verfügung. Ich bin gespannt, was sich dort entwickelt.

Auch und gerade in Zeiten knapper Kassen, in denen die Stadt nur geringe Spielräume hat, um die Kunst und Kulturszene zu unterstützen, möchte ich das kulturelle Klima in Mainz als Chance zur Entstehung neuer Kulturformen nutzen und setze mich deshalb insbesondere für junge Künstlerinnen und Künstler ein.

Ein solcher junger Künstler ist der 18jährige Moritz Koch. Nachdem ich seine Ausstellung „The Wake Up Call 1“ in der Ortsverwaltung Weisenau gesehen hatte, habe ich ihn gefragt, ob er es sich vorstellen kann, im Mainzer Rathaus auszustellen. Er hat „Ja“ gesagt, was nicht selbstverständlich war, denn noch nie hat ein so junger Künstler alle drei Räume in der Galerie des Mainzer Rathauses bespielt. Das ist eine große Herausforderung, die sich nicht jeder und jede zugetraut hätte. Moritz Koch hat es.

Groß ist auch der Anspruch, mit dem er sich an die Aufgabe gewagt hat: ein klarer soziokultureller Fokus sollte der Ausstellung zugrundeliegen, die großen Fragen unseres täglichen Lebens sollte sie zum Thema haben, den Menschen und die Gesellschaft ergründen, die er sich geschaffen hat. Moritz Koch hat dabei den Anspruch, dass Kunst politisch ist. Seine Werke wollen nicht nur betrachtet, sondern durchdacht werden, nicht nur Blicke auf sich ziehen, sondern auch Appelle nach außen senden. Man soll nach der Ausstellung nicht einfach nach Hause gehen, sondern nachdenken, handeln und sich engagieren. Ein Wake-Up Call, also ein Weckruf eben. Kein geringer Anspruch für einen 18jährigen, den er aber mit jeder Menge Mut und Selbstbewusstsein verfolgt.

Das wichtigste Ziel seiner Ausstellung ist es, Menschen dazu anzuregen, bewusster zu leben und Dinge kritisch zu hinterfragen. Darüber hinaus möchte Moritz Koch ein neues Interesse an Politik und Kunst wecken und von deren Wichtigkeit überzeugen - in einer Zeit, in der sie an gesellschaftlicher Bedeutung verliert.

Ich bin von Moritz Koch und dieser außergewöhnlichen Ausstellung, die noch bis zum 23. März in der Rathausgalerie zu sehen ist, begeistert. Sie ist für mich das gelungene Beispiel, warum es sich lohnt sich für die Mainzer Kunst- und Kulturlandschaft einzusetzen, sie in ihrer Vielfalt zu erhalten, auszubauen und gemeinsam mit allen Kulturschaffenden der Stadt weiterzuentwickeln.

Ihr Michael Ebling

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