| "Wir
rotieren für Sie" Erfindung des
Rotationsdrucks vor 150 Jahren - Grundlage des
modernen Zeitungswesens
Das moderne
Zeitungswesen erlebte seine Geburtsstunde in
Philadelphia, USA:
Dort nahm die Tageszeitung "Philadelphia
Public Ledger" vor 150 Jahren, im Jahr 1847,
ihre frisch erworbene
"Rotationsdruckmaschine" in Betrieb.
Dabei hatte es fast 400 Jahre gedauert, bis das
von Johannes Gutenberg erfundene und in Mainz zum
ersten Mal angewendete Druckverfahren mit
beweglichen Lettern und einer Handpresse
grundlegend verbessert werden konnte. 1811 war
von Friedrich Koenig aus Eisleben erstmals eine
Zylinder-Flachform-Druckmaschine entwickelt
worden: Das Papier wurde dort auf einen
rotierenden Zylinder gespannt und über die plan
liegende Druckform abgerollt.
Das bedeutete eine erhebliche Auflagensteigerung
für die Zeitungsverlage. Die Londoner
"Times" brachte es seit 1814 mit einer
doppelten Schnellpresse - an eine Dampfmaschine
waren zwei Druckmaschinen angeschlossen - auf
immerhin 1100 Drucke pro Stunde: Napoleons
"Waterloo" 1815 wurde schon über die
Schnellpresse bekanntgegeben!
Im Jahr 1846 erfand darauf aufbauend Richard
March Hoe aus New York die
"Rotationsdruckmaschine". Jetzt wurde
nicht nur das Papier auf einen Zylinder gespannt,
sondern auch die Druckformen, die nun aus dünnen
reliefierten Metallplatten bestanden, kamen auf
einen Zylinder. Die parallel rotierenden Zylinder
ermöglichten damit eine Drucksteigerung auf
circa 20.000 Exemplare pro Stunde, allerdings mit
einem Bedienungspersonal von 25 Mann.
Als 1851 auf der
ersten Weltausstellung in London die
"Rollendruckmaschine" vorgestellt
wurde, war dann prinzipiell die Maschine
entwickelt, mit der auch heute noch Ihre
Tageszeitung gedruckt wird: Nun wurden tausende
Seiten von einer "Endlos-Papierrolle"
herunter gedruckt, die innerhalb der
Druckmaschine automatisch in einzelne Bögen
zerschnitten wurde.
Christoph
Schlott
Team "Mainz. Gutenberg 2000"
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