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Presseinformationen

Pressedienst "Gutenberg 2000"/September 1997

Gutenberg aktuell

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Übersicht der Abbildungen



Gutenberg 2000

"Gutenberg 2000"
 von Mimmo Rotella:
Gutenberg-Museum erhält bleibende Erinnerung an das Jubiläumsjahr


November 1999


Hohe amerikanische Auszeichnung für Gutenberg-Museum in Mainz

Mainzer Gutenberg-Bibeln werden digitalisiert -
Kooperation mit japanischer Universität


Gutenbergfeiern und Gutenbergdenkmäler in den Jahrhunderten



September 1997:

Lithographie-Handpresse aus
der Jugendstil-Zeit gespendet
.

Experimente im mittelalterlichen Mainz

Ein Blick zurück in die Zukunft

Schwarze Kunst im Zeitalter der audiovisuellen Medien

Gutenberg-Bücher

Was für eine Type

"As Times goes by"

Gutenbergs unbekannte Brüder

Über München und Offenbach in die Welt

"Wir rotieren für Sie"

Gutenberg-Bibel

Von Jungfrauen, Mönchen und Hurenkindern

Der stille Held der Drucker

Von Mainz in die Welt

Delegation aus dem Reich der Mitte

Sensationeller Fund am Ende des Jahrhunderts

Gutenberg digitalisiert

Gutenberg auf der Spur

Gutenberg 2000 - Jubiläum zur Jahrtausendwende

Roman Herzog: Schirmherr für "Mainz. Gutenberg 2000"















Was für eine Type

Die Erfindung der beweglichen Lettern ermöglichte Zeitungen

Morgens die Zeitung aufzuschlagen, um sich beim Frühstück, in der Straßenbahn oder im Bus über die Neuigkeiten des eigenen Ortes, der Region, ja der ganzen Welt zu informieren, ist seit Generationen eine Selbstverständlichkeit.
Seit mehr als 100 Jahren, seit der Verknüpfung des modernen Zeitungsdrucks mit der wichtigsten Errungenschaft der Kommunikationstechnik, dem Telegraphen, sind die Nachrichten der Welt im Prinzip innerhalb einer Nacht transportabel und vervielfältigungsfähig geworden.
Die Zeitung am Morgen gehört zu den Selbstverständlichkeiten unserer modernen Zivilisation wie der elektrische Strom, fließendes Wasser oder das Radio. Man würde diese Selbstverständlichkeiten nur registrieren, wenn sie fehlten: Der berühmte Stromausfall von New York oder ein Wassernotstand können an die fragile Empfindlichkeit dieser Systeme erinnern. Wie groß war die Verblüffung, als durch Druckerstreik und Tarifkonflikt plötzlich die gewohnte Stärke der Tageszeitungen auf "Notausgaben" zusammenschrumpfte.
Die Tageszeitung gehört zu den Produkten, die für wenig Geld zu haben ist und die ein Heer von Journalisten, Redakteuren, Drucktechnikern, Lieferanten und Verkäufern voraussetzt - um ein Grundbedürfnis zu befriedigen: das Bedürfnis nach möglichst aktueller, aber überdachter und redaktionell bearbeiteter Information.

Dabei reicht die Druckerpresse allein natürlich noch nicht aus, um die lesende Bevölkerung auf dem Laufenden halten zu können. Es dauerte von der Erfindung Gutenbergs Mitte des 15. Jahrhunderts bis ins frühe 17. Jahrhundert, bis die erste Zeitung erschien: Im Jahr 1605 ersuchte der Straßburger Drucker und Buchhändler Johann Carolus den Rat der Stadt um ein Privileg für die Herstellung gedruckter Zeitungen. Vorläufer hatte es schon gegeben: Drucke aus einem Blatt, Flugschriften und sogar handgeschriebene Nachrichtenbriefe (durch Diplomaten, Sekretäre oder Hofbeamte) oder "Avisen", die gegen Bezahlung an einen begrenzten Abonnentenkreis weitergeleitet wurden.
Die meisten Einblattdrucke führten interessante Themen wie Hinrichtungen, Plünderungen und Kriegsscharmützel oder Krönungen oder vermeintlich wunderbare Naturerscheinungen vor Augen. Vor allem Bilder waren gefragt: Holzschnitt oder Kupferstich, häufig mit Schablonen noch grell koloriert. Ein begleitender Text als Kommentar war aber schon die Regel. Dabei lagen zwischen dem Zeitpunkt des Ereignisses und der Verbreitung der Nachricht nach unserem Empfinden erhebliche Zeitspannen. Erst einmal mußten die Meldungen von Handwerkern in Holzstöcke oder Kupferstiche umgesetzt werden. Vom Druck bis zur Auslieferung an die interessierten (damals noch sehr kleinen) Leserkreise verging ebenfalls noch einmal viel Zeit. Und schneller als ein Pferd laufen kann, ließen sich Nachrichten nun einmal nicht verbreiten!
Eine Monopolstellung nahmen die Postmeister ein, die Nachrichten aus ihrem Amtsbezirk in die Begleitschrift zur versiegelten Post einfügten und zum Teil selbst gefertigte Kopien an Abonnenten verkauften. So entwickelte sich im 16. Jahrhundert eine professionelle Zeitungsschreiberei, wobei das Wort "Zeitung" erst einmal nichts als Neuigkeit bedeutete.
Mit dem Aufbau eines einigermaßen zuverlässigen Postsystems im 17. Jahrhundert war die Stunde der Drucker gekommen: Nun konnten die einige hundert Personen umfassende Leserschaft regelmäßig bedient werden. Anfänglich erschienen die Post-Zeitungen nur einmal die Woche. Aber der Ausbruch des 30jährigen Krieges ließ den Informationsbedarf drastisch steigen.
Dabei ging man stillschweigend davon aus, daß - wie heute noch bei Lesezirkeln und bei Friseur und Arzt oder im Café üblich - die Zeitungen durch mehrere Hände gingen und mehrfach gelesen wurden. Die erste richtige Tageszeitung erschien 1650 in Leipzig: Die "Einkommenden Zeitungen" des Thimotheus Tritzsch wurden sechsmal wöchentlich gedruckt.
Die Flut der Tageszeitungen aber begann erst mit der Erfindung der Schnell- und der Rotationspresse im 19. Jahrhundert.


Team "Mainz. Gutenberg 2000"


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